Referenzen - Gästeimpressionen
 
Bünder Spezial Haute Route  

Am Montag, 6.03.2000, trafen wir uns früh am Morgen in Tierfed. Frohgemut starteten wir zu unserer Tourenwoche. Der Wetterbericht versprach nur gutes und unsere Stimmung war perfekt. Wir waren eine kleine Gruppe von drei Leuten und wurden von Michi Illien betreut. Unser Ziel war, die schönsten Gipfel im Glarnerland und Graubünden zu besteigen. Mit noch schweren Rucksäcken machten wir uns auf den Weg zur Fridolinshütte, welche wir in 5 Stunden erreichten. Leider war die Hütte nicht bewartet, doch wir hatten den Proviant dabei. Um wirklich noch müde zu werden, spurten Michi und ich noch für den nächsten Tag. Der Tödi sollte unser Ziel sein. Ehrfürchtig betrachten wir am Abend bei einem traumhaften Sonnenuntergang die majestätische Spitze.  
 

 

Der Tödi beim Aufstieg zur Fridolinshütte

 

Am Dienstag hiess es um 04.00 Uhr aufstehen. Noch bei Dunkelheit machten wir uns auf den Weg. Das Wetter war fantastisch und wir kamen gut voran. Ein Couloir stellt dann doch noch einige Ansprüche, doch mit 40 Spitzkehren meistern wir auch diese Schwierigkeit. Eine unvergleichliche Aussicht erwartet uns auf dem Gipfel. Der Tödi mit seinen 3614 Meter ist ein Berg, welcher alles für Tourenskifahrer bietet. Leider hatten wir einen ziemlich kalten Wind auf dem Gipfel, welcher die Pause kurz hielt. Doch auch die Abfahrt ist nicht zu vergessen, obwohl ich mit dem Bruchharst meine liebe Mühe hatte. Angekommen in Disentis geniessen wir die Annehmlichkeiten der Zivilisation und freuen uns auf den nächsten Tag. 
 

Am Mittwoch lässt uns Petrus das erstemal im Stich. Der Nebel ist ziemlich dick und der Wind macht eine Sturmbrille nötig. Leider haben nicht alle eine Brille dabei und Michi flucht vor sich hin. Trotzdem führt er uns wie immer souverän aus der dicken Suppe. Wir erreichen den Gipfel des Oberalpstock und geniessen für einmal halt keine Aussicht. Wir beschliessen nach Sedrun zu fahren und begeben uns dann mit der Bahn auf den Operalppass. Das Wetter ist immer noch schlecht, doch bei Kaffee und Kuchen ist die Stimmung prächtig. Der Aufstieg zur Maighelshütte ist dann nur noch ein Spaziergang.  
 

Am Donnerstag unterläuft Michi der einzige Irrtum. Als es sehr romantisch an die Fensterscheibe tröpfelte glaubte wirklich niemand, dass es regnet. Doch ich liess mich nicht beirren und hielt am Regenschauer fest. Auch nennt man bei uns grosse Wasserlachen "Süttera" und diese stammen nur vom Regen. So war es dann auch: auf 2400m goss es ziemlich heftig. Das Stimmungsbarometer schlug auf einem rekordmässigen Tief an, doch trotzdem beschlossen wir, uns zur Medelserhütte zu verschieben. Angeblich soll es dort fantastischen Dessert geben und dies auf 2524 m. Die Gerüchte haben sich mehr als bewahrheitet. Die Patisserie ist vom allerfeinsten. 
 

Der Freitag ist schnell erzählt: Wir machten uns auf den Weg zum Piz Medel. Der Wind war jedoch so stark, dass ich Angst hatte, dass ich aus den Schuhen fliege. Als wir hinter einem Felsvorsprung Schutz suchten, musste ich mich richtig festkrallen. Das die Tour so nicht weitergehen konnte war allen klar. Daher gingen wir zurück zur Hütte und genehmigten uns ein super Fondue. Anschliessend versuchte ich noch eine Bresche ins Dessertbuffet zu schlagen. Dies war bei der riesigen Auswahl sehr schwierig. Glücklicherweise stand mir Michi auch bei dieser Aktion hilfreich zur Seite. Den Abend verbrachten wir dann beim Jassen. Endlich lernte ich dann auch noch, dass es "Stöck" und "Wiss" gibt und diese ein Spiel entscheiden können. 
 

 

Beim Abstieg vom Piz Medel 
 

Am Samstag hatte Petrus dann wieder ein Einsehen mit uns. Bei strahlendem Wetter konnten wir den Piz Medel besteigen. Das Ausharren hatte sich gelohnt. Eine traumhafte Abfahrt bildete den krönenden Abschluss zu dieser tollen Woche.  
 

Ein herzliches Dankeschön an unseren Führer Michi Illien. Er führte uns die ganze Woche gekonnt durch diese wunderbare Bergwelt. Stets war seine gute Laune spürbar und immer hatte er auch ein offenes Ohr für unsere Anliegen. Das Wohl seiner Gruppe stand immer an oberster Stelle und seine Motivationskünste sind hervorragend. Es war nicht unsere letzte Tour mit ihm und wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Winter.