Referenzen - Gästeimpressionen

Alpines Sportklettern

im Läntatal

...in der 3.SL der "Angelita Amarilla" 7-


Sa, 25. September 2000

Führer: Michael Illien

Teilnehmer: Gabriel Derungs Patricia Fontana Martin Valär

Mit dem Auto ist die Umrundung des Zervreilastausees gar nicht so lang. Eins zwei waren wir unter den Granitplatten auf der linken Seite des Läntatals unter dem Piz Conteschas. Zwischen dem „unter“ und dem „bei“ den Granitplatten mit den Kletterrouten liegt ein abenteuerlicher Aufstieg im Gras, den wir dank unserem Führer und Erschliesser der Routen in Personalunion heil überstanden haben.

Die Sonne schien und der kürzlich gefallene Schnee schmolz oben in den Grasbändern. Das Wasser floss über die Platten. Trotzdem waren die Routen durchwegs in trockenen Zonen, es konnte losgehen.

Wir entschlossen uns, in einer Viererseilschaft zu klettern, um die Routen im Nachstieg geniessen zu können. Was will man mehr? Warme kompakte Granitplatten, einen herrlichen Herbsttag, einen Führer voraus und eine homogene Gruppe hintennach? Die Routen sind sehr schön, Reibung herrscht vor, die Absicherung ist alpin, aber strategisch gut gesetzt, und wenn einer vorausklettert, kann man auch an seine Grenzen gehen, oder darüber.

  wohlverdiente Pause...
 
Wenn da nicht die Füsse wären... Irgendwann haben wir den drückenden Zehen nachgegeben und uns in der Lampertschalp in den letzten Sonnenstrahlen einen genehmigt. Später in der Läntahütte bereiteten wir uns mit Aelplermaggronen und La Madonnina auf die Hüttennacht vorbereitet.

So, 26. September 2000

Sonntag, schönes Wetter, neuer Sektor: Sendero Hinter der Lampertschalp gibt es schwerere Routen. Michi hat aus dem Klettertempo von gestern geschlossen, dass wir unterfordert waren. Dem sollte heute Abhilfe geschaffen werden, und wie. Auch hier ein abenteuerlicher Zustieg über Grasbänder... und dann.

Dieser Ort trennt die Kletterspreu vom Weizen. Alle gehen hoch, aber das Wie ist entscheidend. Für Michi war es eine 7+, für uns eine 6- A2. So kämpft halt jeder an seinem Limit. Man muss manchmal die Prioritäten anders setzen. Stilnoten gab es zum Glück keine.

Die Kante in der 4. Seillänge, von der Lampertschalp aus gut sichtbar, war dann der absolute Hammer, ich habe noch nie eine schönere gesehen. In der 2. Route war es eine Verschneidung, die wie ein Kinderfudi daherkam, so glatt und zart, dass nur beherzte Griffe in die Schlingen weiterhalfen.

  ...eben beschriebene Kante....
     

Immerhin, wir haben gesehen, dass es noch Ziele gäbe, wollte man besser werden. Die Diskussion, ob 7+ oder 8- war angesichts der angewendeten Technik überflüssig. Trotzdem haben wir zahlreiche Stellen gefunden, die wir mit Stolz geschafft haben, sauber und redlich. Am Schluss waren alle glücklich bei Rivella und Bier in der Lampertschalp.

Das Wochenende wird als voller Erfolg gewertet. Danke Michi.

Martin Valaer