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Schneeschuhschnuppern Sarganserland, 3./4. Februar 2001, Gonzen 1830 m.ü.M. und Tschuggen 1880 m.ü.M:

"Schneeschuhlaufen, das ist doch das mit den 2 Tennisschlägern, oder?"

So oder ähnlich waren die Erwartungen vor den ersten Schritten in dieser zur Zeit sehr boomenden Wintersportart.

Jemand hat im Vorfeld sogar gefragt, ob wir Skis rauftragen, um damit wieder runterfahren zu können. - Dass es sich beim Schneeschuhlaufen um eine wunderbare Art der Fortbewegung in unberührter zauberhafter Winterlandschaft handelt, davon konnten sich die 7 Teilnehmer und 4 Teilnehmerinnen an diesem Schnupperweekend überzeugen.

Um 9.30 treffen wir in Flums unseren Bergführer Michael Illien und Aspirant Thomas Rohrer.

Wunderschöne Stimmungen......

Unsere Gesichter sind voller Erwartungen. Für die meisten wird dies die erste Schneeschuhtour sein und somit ein unvergessliches Erlebnis!!

Michi Illien verteilt Schneeschuhe, LVS = Lawinenverschüttetensuchgerät und Lawinenschaufeln. Die Lebensmittel für das Znacht und das Morgenessen werden untereinander im Rucksack aufgeteilt.

Wir besteigen gegen 10.30 den Zug nach Sargans und von dort aus fahren wir per Postauto nach Trüebbach und weiter nach Oberschan. Das Wetter zeigt sich nicht von der besten Seite. Das Sarganserland liegt in einer Wolkendecke und es könnte wieder jeden Moment zu schneien oder gar zu regnen beginnen. In den letzten Tagen hat es viel Neuschnee gegeben. Die Stimmung untereinander ist trotz des Wetters sehr gut.

In Oberschan eingetroffen werden wir von Michi und Tom im Umgang mit dem LVS instruiert. Gegen 12.30 sind wir dann endlich (Zug und Postautofahrten brauchen halt Zeit....) für den Aufstieg bereit.

2 Gruppen werden gebildet. Michi und seine 4 Teilnehmer bestiegen das Seilbähnli um zum Kurhaus Alvier zu fahren. Tom und die Verbleibenden, zu denen auch Roli und ich gehören, nehmen den Weg schon von Oberschan aus unter die Füsse.

Im unteren Teil unserer Wanderung mangelte es zeitweise noch an Schnee, doch je höher wir steigen desto besser werden die Verhältnisse.

Schon nach kurzer Zeit beginnen die einen oder anderen zu schwitzen und wir legen einen Halt ein. Es ist wichtig während solchen Anstrengungen viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen und auch eine Kleinigkeit zu essen. Salz und Zucker sind bekanntlich wichtig für den Körper, doch wenn man bedenkt, dass sich Tom praktisch nur von DJ-Bobo Schoggi Energy-Drinks und Schokolade ernährt hat. ich weiss ja nicht.

Ich fühle mich nach wie vor sehr gut und spüre, dass ich noch viel Power in den Beinen habe. Der Schneefall ist auch nicht zu stark und die Sicht recht gut.

Gauschla im Hintergrund

Um 15 Uhr treffen wir etwas müde in der wunderschönen Skihütte Gauschla auf 1488 m.ü.M. ein.

Die andere Gruppe mit Michi war schon längst oben angekommen und hatte sich bereits das erste Bier oder einen Kaffee-fertig genehmigt.

Gegen 16 Uhr werden wir von Michi und Tom gefragt, ob wir noch Lust auf eine kleine Tour zum Apéro vor dem Znacht hätten. Ja klar sind Roli und ich total begeistert von dieser Idee und noch weitere 3 Teilnehmer/innen entscheiden sich für die spannende, verschneite Spezialtour mit Michi und Tom. Der Weg führt uns durch tief verschneite Tannenwälder und an Parkplatzschildern vorbei, an denen man im Sommer ganz normal und oberfaul das Auto parkiert. Im Winter verwandeln sich diese langweiligen Parkplätze in eine zauberhafte Winterlandschaft und beim Anblick des Schildes "Zentrale Parkuhr" beginnt wohl jeder zu schmunzeln.

Es wird immer dunkler doch zum Glück gibt der weisse Schnee noch etwas Licht ab. Nach 1,5 Stunden kehren wir in die Skihütte zurück, wo ein feiner Apéro und ein noch feineres Znacht auf uns Hungrige wartet.

Bei Tee, Wein und sensationellen Safran-Nudeln mit Rüebli- und Schinkenstreifen mit vorangegangener Gerstensuppe stärken wir uns für die Gipfelstürme auf Gonzen und Tschuggen vom Sonntag.

Die Hüttenfamilie kocht mit Leib und Seele, das hat jede und jeder gespürt hat und wir fühlen uns alle sehr wohl und herzlich aufgenommen!

...auf dem Gipfel vom Tschuggen

Gegen 23 Uhr legen wir uns dann schlafen um uns für den Sonntag genügend auszuruhen. Die Nacht ist recht angenehm, nicht zu kalt (mit Mütze, Handschuhe und Halstuch ist es schön warm, so Manuelas Devise) und ausnahmsweise gibt es auch genügend Platz, was in Berghütten ja nicht immer der Fall ist.

7.30: Tagwache! Die einen haben sich in der Nacht gut ausgeruht, während andere ganze Wälder zersägt haben; Ohropax gehören in Zukunft bei Hüttenübernachtungen zur Standardausrüstung!

Das Frühstück steht bereits auf dem Tisch und gegen 8 Uhr haben dann auch die Siebenschläfer den Gang nach unten in die Stube gefunden. Mit feinem Brot, sogar Zopf (wurde alles von Roli geschleppt, damit er sicher zu seinem Stück Zopfbrot kommt.....), Konfitüre, Käse und Kaffee oder Ovo werden wir verwöhnt.

Pünktlich um 9 Uhr folgt der Abmarsch auf den Tschuggen. Es ist bedeutend wärmer als am Vortag und ausserdem regnet es.

anstrengende Spurarbeit

Doch plötzlich blinzelt die Sonne durch die Wolken, sie kann sich durchsetzen und wird uns während der ganzen Tour begleiten! Über tiefverschneite Hänge mit traumhafter Aussicht wandern wir dem ersten Ziel entgegen, das wir dann gegen 11 Uhr erreichen. Die Aussicht vom Tschuggen aus ins schneelose, öde Sargans ist einmalig und beeindruckend. Auf dem Gipfel eines Berges zustehen ist halt immer wieder ein gewaltiges Erlebnis!

Gegenüber des Tschuggen sehen wir den Gonzen mitsamt imposantem Gipfelkreuz, mit einer Höhe von 1830 m.ü.M. unser nächstes Ziel.

...und hier gleich nochmals

Was nun folgt ist ein leichter Abstieg, der auch über etwas gefährlichere Abschnitte führt, an denen wegen der lauernden Lawinengefahr ein Abstand von 10m zwischen den einzelnen Schneeschuhläufern/innen eingehalten werden muss.

Michi spurt den Weg zum Gonzen hinauf vor. Im unteren, eher flacheren Teil, ist dies ein Kinderspiel für einen erfahrenen Bergführer wie Michi, doch je höher man stieg, desto tiefer wird der Schnee und Michi sinkt teilweise bis zu den Hüften ein. Diese Arbeit ist ausserordentlich schweisstreibend und mühsam. Das jedoch einmalige Gefühl von Freiheit, Natur pur und unberührter Schneelandschaft lassen die körperliche Anstrengung schnell vergessen.

Für einige Meter übernimmt nebst Tom und Michi auch Roli den Job des Bergführers und Vorspurers. Doch er ist froh, dieses knallharte Unterfangen nach 10 Minuten wieder einem Profi überlassen zu können. Es ist unglaublich hart und pulstreibend, den Weg durch teilweise hüfttiefen Schnee zu bahnen. Hut ab vor den Berführern!

Gegen 13 Uhr stehen dann alle auf dem Gonzen; wieder ein Traumberg. Als ich am Samstag von Sargans aus nach oben schaute und daran dachte, jemals dort oben zu stehen, erschien es mir als ein Ding der Unmöglichkeit, denn die Felswand gegen Sargans ist praktisch senkrecht. - Trotzdem schafften wir es alle (wenn auch von der einfacheren Rückseite her), und sowohl der Berg wie auch das Wetter bedankten sich bei uns für die super Leistung, indem wir Sonnenschein und eine mega Aussicht geniessen konnten.

Roli, Manuela, Tom und Michi auf dem Gipfel vom Gonzen

Danach folgt nach einer Traumaussicht über das Sarganserland der flotte Abstieg zum Kurhaus Alvier. Wegen den warmen Temperaturen ist ein Abstieg zurück nach Oberschan nicht mehr möglich; der Schnee ist weggeschmolzen.

Nach den letzten paar Metern durch Wälder praktisch ohne Schnee (arme Schneeschuhe....), erreichen wir gegen 15 Uhr die Seilbahnstation Alvier. Dort wartet bereits das verdiente Bier, die heisse Schoggi mit dem Apfelkuchen, die Caramelcrème, das Cola, Tee oder was auch immer auf uns.

Frisch gestärkt geht's nun per Seilbahn runter nach Oberschan und per Postauto zurück nach Sargans auf den Bahnhof, wo sich die Wege der Gruppenteilnehmer wieder trennen.

An dieser Stelle nochmals ein RIESENLOB und RIESENKOMPLIMENT an Michi Illien und Tom Rohrer!!!! Gewaltig, Tom, was Du alles mit Schoggi erreichen kannst............ Doch DJ-Bobo wird sich sicher bald mit einem Extra-Song bei Dir bedanken, denn ich habe gehört, dass die Migros in den letzten 2 Jahren einen gewaltigen Umsatz mit den Energy Drinks gemacht hat (nicht zuletzt dank Tom) und ein Teil vom Geld fliesst ja bekanntlich auf Bobo's Konto.

...........übrigens wünschen wir Tom für die bevorstehenden Prüfungen zum diplomierten Bergführer alles Gute, Glück und viel Erfolg!!!

Und Dir Michi, noch viele schöne, erfolgreiche Bergtouren!!!

Manuela Rau