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Skitourenwoche im Wallis 
 

Zu Fünft reisen wir Bündner ins Wallis. Ich darf meine erste Tourenwoche erleben, in Gedanken: "Hoffentlich schaffe ich das auch, worauf ich mich da eingelassen habe!" Unser Ziel mit dem Führer heisst Haute-Route. Ende März, ein warmer Tag, wir starten in Arolla. Wir dürfen Skilift fahren und später mit den Skis laufen, was viel "in-teressanter" ist. Über den Pas de Chèvres gelangen wir in die Cab. des Dix, wo wir bis zum letzten Moment die Sonne geniessen.

Am nächsten Tag herrscht grandioses Wetter, der Mont Blanc de Cheillon ist unser Ziel und bietet eine rundum grandiose Aussicht und für die Abfahrt beste Verhältnisse - das gibt gute Laune! Die nächste Etappe wird schon ein wenig schwieriger. Mit auf dem Rucksack aufgeschnallten Skis erklimmen wir ziemlich stotzig La Serpentine. Über die Pigne d'Arolla erreichen wir nach rauschender Abfahrt den Adlerhorst der Cab. des Vignettes. Feuchtwarme Verhältnisse in der Hütte, dafür ein umso eindrucksvolleres "Freiluft-WC" an einem sehr exponierten Standort. Am ersten April (kein Scherz) nehmen wir uns die L'Evèque vor. Ein beeindruckender Gipfel mit schöner Pulverschneeabfahrt.

Das gute Wetter verlässt uns langsam aber sicher, und wir ändern unser Vorhaben für den nächsten Tag. Die Abfahrt durch das Couloir des Glacier de Vuibé ist wirklich ein ganz spezielles Erlebnis. Richtig gut! Der steile Aufstieg zur Bertolhütte wird mit einem feinen, heissen Kaffee belohnt. Voll motiviert steigen wir noch auf den Dents de Bertol, wo uns der Pulverschnee fast bis zu den Ohren reicht.

Am Morgen wissen wir es noch nicht - aber der letzte Tag unserer Tourenwoche ist angebrochen. Auch ich darf einmal einen "Schlecht-Wetter-Tag" einziehen (wenn ich unterwegs bin, ist es eigentlich immer schön). In Richtung Tête Blanche laufend, wird mir bewusst, was es heisst, im Nebel unterwegs zu sein. Ich habe volles Vertrauen in Michi, unseren Führer. Kurz vor dem Col de la Tête Blanche müssen wir umkehren. Nebel und Schneesturm zwingen uns dazu. Kurzes Aufwärmen und Diskutieren in der Bertolhütte. Eine gute Sulzschnee-Abfahrt bringt uns zu-rück zum anfänglichen Ausgangspunkt Arolla.

Die Tour beschliessen wir mit einem währschaften Coupe in der Mittagssonne (oben stürmt es noch immer). Ich bin zufrieden und um einige Erlebnisse reicher. Auf der langen Heimfahrt begleiten mich Gedanken wie: "Lerne die Natur und ihre Launen zu achten und zu respektieren!" Unserem Bergführer Michi herzlichen Dank für das Näherbringen der Naturschönheiten in unserem Land.

Marianne Schnyder